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Menschen am Sonntag - Reloaded

Ein Filmprojekt von “Kollektiv:Sonntag“
initiiert von Alice Agneskirchner

“Nachinszenierte Geschichten aus dem Leben unserer Protagonist*innen treffen auf dokumentarische Beobachtungen des Berliner Stadtlebens.”

"Menschen am Sonntag – Reloaded" (AT) ...

... ist ein Dokumentarfilm mit fiktionalen Elementen,
... wird hergestellt vom "Kollektiv:Sonntag",
... entsteht unter der künstlerische Gesamtleitung von Alice Agneskirchner.

Der Film "Menschen am Sonntag" von 1930

Dieser Stummfilm-Klassiker erzählt die ‚Auszeit’, die Zeit zwischen Samstagnachmittag und Montagfrüh. Die Zeit zwischen "Guter Zeit" der Roaring Twenties und der "Schlimmen Zeit" der Weltwirtschaftskrise. Letztere erreichte ihren Höhepunkt just zur Premiere des Films im Jahr 1930. Besonders sehenswert sind darin die dokumentarischen Filmaufnahmen der noch unzerstörten Hauptstadt Berlin. Der Rückgang der Industrieproduktion, der Zusammenbruch des Welthandels, Deflation, Bankenkrise, Massenarbeitslosigkeit, soziales Elend, politische Krisen, Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg – all das ist noch nicht zu sehen in Berlins sommerlicher Wochenendstimmung von 1929. „Menschen am Sonntag“ wurde - ohne es zu wissen - zum Vorboten des filmischen Neo-Liberalismus.

Eine Momentaufnahme aus dem Leben fünf junger Menschen in der Metropole Berlin. Die großen und kleinen Themen, welche die Menschen immer wieder beschäftigen: Liebe, Eifersucht und Selbstbehauptung – und das bei flirrender Hitze im pulsierenden Großstadtleben. Vier der fünf Hauptdarsteller, drei Frauen und zwei Männer, standen das erste Mal vor der Kamera. Ein semidokumentarischer Film mit Nicht-Schauspielern, normalen Menschen, die in ihrer echten Umgebung gedreht werden. Fiktionale Handlungselemente verbinden diese Personen, so dass eine filmisch verdichtete Geschichte und ein Berliner Stadtporträt erzählt werden.

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Seine Entstehungsgeschichte macht diesen Stummfilm zum ersten Independentfilm Deutschlands. Um Ende der Zwanziger Jahre diesen Film zu realisieren, gründeten junge Filmenthusiasten das Kollektiv 1929, darunter die später berühmten Billy Wilder, Robert und Curt Siodmak sowie Edgar G. Ulmer und Fred Zinnemann an der Kamera. Gemeinsam drehten sie an mehreren Wochenenden des Sommers 1929 „Menschen am Sonntag“.

Der ursprüngliche Titel des Films war übrigens: „So ist es und nicht anders!“

 

Der Film "Menschen am Sonntag - Reloaded" von 2020

Es ist an der Zeit, die Stadt neu und auf besondere Art in den filmischen Blick zu nehmen – und es ist Zeit für ein neues Kollektiv! Eine Gruppe von Film schaffenden Frauen beschreitet neue Wege und verfilmt den Klassiker neu. Getragen ist dieses Projekt von der professionellen Arbeit und Begeisterung für den Kinofilm, der Liebe zu Berlin und von der Erkenntnis, mit gleichgesinnten Frauen zusammenarbeiten zu wollen. Das verändert nicht nur die Arbeitsweisen, sondern auch den filmischen Blick.

Ein weiblicher Blick wird dem damals männlichen Blick des „Kollektivs 1929“ gegenüber gestellt. Eine neue filmische Betrachtung der alten Geschichte im Jetzt des neuen Berlins im Jahr 2020.

Warum heute?

„Menschen am Sonntag“ zeigt den kurzen Moment vor einem geschichtlichen Umbruch. Ähnlich wie damals empfinden auch heute viele Menschen ihre derzeitige persönliche und auch die gesamtgesellschaftliche Situation als unsicher. Das ist vielleicht einer der Gründe für das augenblicklich so große Interesse an den Zwanziger und Dreißiger Jahren in Film, Kunst und Literatur.

Berlin wird auch in „Menschen am Sonntag – Reloaded“ Hauptfigur und Drehort zugleich sein. Ein Stadtfilm, der eine Augenblickaufnahme Berlins und die Begegnungen einiger Menschen, Momente des Zufalls und der Schicksale erzählt. Durch die Auswahl der Protagonist*innen wird ein gezielter Blick auf unterschiedliche Brennpunkte des Lebens im gegenwärtigen Berlin geworfen.

Seit der Wiedervereinigung ist Berlin wieder zu einer Metropole geworden, mit all den vielen Veränderungen, die das mit sich bringt: Zuzug, Geflüchtete, Arbeitsmigrant*innen, Kinderboom, Gentrifizierung und eine aufblühende Start-Up-Szene stehen Wohnungsnot, Arbeitslosigkeit und Anonymisierung gegenüber. Die Folgen sind oft die Radikalisierung unterschiedlicher häufig am gesellschaftlichen Rand stehender Gruppierungen, Obdachlosigkeit oder Vereinsamung. Dennoch: Trotz des großen Wandels ist Berlin immer noch die Stadt der Freiräume, der Freiheit und des liberalen Umgangs miteinander. Von diesen Gegensätzen erzählt „Menschen am Sonntag – Reloaded“.

Der Sonntag. In „Menschen am Sonntag“ wird dieser Tag als „der“ freie Tag der Woche gefeiert. Der Tag, an dem die Menschen frei sind, das tun zu können, wonach ihnen der Sinn steht. Ist das heute noch so? Deutschland gehört zu den wenigen Ländern, in denen sonntags die Konsumtempel geschlossen bleiben. So ist der Sonntag für viele immer noch ein Tag mit einer besonderen Atmosphäre - für manche allerdings überhaut nicht. Was bedeutet das Wochenende im Zeitalter der Ich-AGs, der vielen Selbstständigen und der zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelt?

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Eine eigene Form

In einer im Kollektiv zu entwickelnden Bildsprache wird „Menschen am Sonntag – Reloaded“ Fiktion und dokumentarische Beobachtung in ähnlicher Weise verbinden wie es das Original tut. Nachinszenierte Geschichten aus dem Leben unserer Protagonist*innen treffen auf dokumentarische Beobachtungen des Berliner Stadtlebens. Abweichend vom Original folgt der Film einer Episodenstruktur. Sorgsam ausgewählte unterschiedliche Protagonist*innen geben jeweils einen Einblick in ihr Schicksal und somit entwickelt sich in der Kombination ein Kaleidoskop der Stadt Berlin.

Recherchiert und ausgewählt werden sechs bis acht Hauptprotagonist*innen oder Protagonist*innen-Gruppen. Jeweils ein Regie-Dreh-Team sucht mit den Personen einen Moment aus ihrer Biographie, der so wichtig war, dass er eine Veränderung in deren Leben markiert hat. Gemeinsam wird ein individueller Weg gefunden, diesen „Schicksalsmoment“ neu (nach) zu inszenieren. Wichtig dabei ist, dass die Themen der einzelnen Episoden einen Anfang oder ein Ende eines Lebensabschnittes markieren und thematisieren. Es geht um Wendepunkte, z.B. eine neue Liebe beginnt, eine Liebe geht zu Ende, Geburt, Tod, das Verschwinden eines Menschen oder dessen Wiederauftauchen, Ankunft in Berlin, Einzug in eine Wohnung oder Auszug, erster oder letzter Arbeitstag, erster oder letzter Schultag, Beginn oder Abschluss des Studiums, Abschied von Freunden oder Familie, Wiederzusammenkommen mit Freunden oder Familie...

Die verdichteten Episoden werden für den Kinofilm in einer Reigen-Struktur miteinander verbunden, d.h. die Protagonist*innen verlassen ihre jeweilige Episode, indem sie eine Staffelstab-Übergabe an die Protagonist*innen der nächsten Episode machen werden. Diese Überleitungen werden ebenso mit den Protagonist*innen gemeinsam entwickelt und dann filmisch inszeniert. Die Reigen-Struktur ermöglicht einen Einstieg in den Film, in die Geschichten an jeder Stelle, was für die transmediale Verwertung von Vorteil sein wird.

Diese Arbeitsweise ermöglicht einen vertiefenden und emotionalen Einblick in verschiedene Lebensläufe in Berlin und grenzt sich damit von der begleitenden Beobachtung als dokumentarische Form ab.

Vorteile der Inszenierungen gegenüber der dokumentarischen Beobachtung

Schicksalhafte, relevante Ereignisse, im dokumentarischen Drehen beobachtend szenisch einzufangen, ist nahezu unmöglich. Die Wahrscheinlichkeit, dass während einer dokumentarischen Beobachtung ein schicksalhaft relevantes Ereignis im Leben eines Menschen passiert, ist relativ gering. Eine Erzählung im Dokumentarfilm bedeutet also oft ein Reden über vergangene Lebensmomente. Aber jeder Mensch hat schicksalhafte Wendepunkte erlebt. „Menschen am Sonntag – Reloaded“ nutzt das Mittel der Nachinszenierung, um genau diese Schicksalsmomente szenisch und doch dokumentarisch, aber nicht im Interview zu erzählen. Die Interviews werden zur Recherche geführt und können für die transmediale Online-Version zur Verfügung gestellt werden. Das Besondere ist also, dass der Film sich nicht in der Beobachtung des Alltags erschöpft, sondern ausgewählte Ereignisse aus dem Leben der Protagonist*innen verdichtet und in einzelnen Episoden auf die Leinwand bringt. Die Geschichte von verschiedenen Menschen an einem Wochenende in Berlin wird neu aufgelegt.

Ein Stadtfilm

Die „rein“ dokumentarischen Bilder der Stadt spielen eine von den Protagonist*innen unabhängige und wichtige Rolle. Szenen vom Großmarkt, Straßenreinigung, Menschen bewegen sich durch die Stadt, erleben Freizeit und gehen am Montagmorgen wieder zur Arbeit - diese für sich stehenden städtischen Elemente geben den immer wieder neuen Rahmen für die Geschichten der Protagonist*innen.

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Kontakt und Impressum

Alice Agneskirchner
Nordufer 15
D - 13353 Berlin

alice.agneskirchner@berlin.de